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Viele Liebesbeziehungen stehen vor einem Ende, weil nicht rechtzeitig kommuniziert wurde. Es ist jedoch nie zu spät: Du kannst deine Liebesbeziehung retten oder auf ein höheres Niveau bringen, wenn du wieder beginnst, mehr zu kommunizieren.

Zu Beginn steht die Aussprache. Doch ist man darin nicht geübt, muss man zunächst Voraussetzungen schaffen. Hürden, die die Kommunikation erschweren, müssen zunächst gemeister werden.

Liebesbeziehung retten: Was die Kommunikation oft verhindert

1. Empfindlichkeiten

Besonders sehr fragile Menschen können bei geringsten Anlässen schnell eingeschnappt sein. Sie ziehen sich dann in ihr Schneckenhaus zurück und würden am liebsten zur Tagesordnung übergehen. Was bleibt, ist oft das stille Leiden. Dann hoffen sie, dass der Partner selbstständig und ohne ihr Zutun bemerken möge, was gewünscht wird.

Es ist zielführender, klar zu kommunizieren, was dich stört, als zu hoffen, der Partner möge doch hellseherische Fähigkeiten entwickeln.

Oder anders ausgedrückt: Wenn du nicht deutlich aussprichst, wonach du dich sehnst, weiß auch niemand, was man dir Gutes tun kann. Dir bleibt also nichts anderes übrig, als dich auszutauschen. Dabei hast du zunächst zu selektieren, welche Probleme nur aufgrund einer gewissen Empfindlichkeit entstanden sind und welche tatsächlich existieren, die du selbst nicht auflösen kannst.

Also reden, reden, reden. Dies ist die einzige Chance, um schon im Vorfeld größere Beziehungsprobleme verhindern zu können.

2. Interpretationen

Manche Menschen können einen enorm hohen Erregungszustand erreichen. Dann kann es recht schwierig werden, zu kommunizieren und bestimmte Probleme halbwegs sachlich zu besprechen. Wenn du also zu diesem Typ Mensch zählst, hast du Wege zu finden, um auf dem Teppich zu bleiben.

Prüfe, ob du hörst, was gesagt wird, oder ob du eher darauf reagierst, was darüber hinaus gemeint sein könnte.

Man nennt dies auch „interpretieren“. Das kann so weit gehen, dass du auf etwas völlig anderes reagierst, als auf das, was tatsächlich gesagt wird. Dann kommt es zu einem ziemlichen Durcheinander. Kommt dann noch ein innerer Erregungszustand hinzu, kann es bei der Kommunikation zu einem emotionalem Chaos kommen. Dann werden Hochrechnungen, Unterstellungen oder auch kleine und große Gemeinheiten in die Diskussion mit eingebracht.

3. Frühere Verletzungen

Prüfe immer, ob du in Gesprächen frühere Erlebnisse wahllos miteinbringst. Schnell gibt das eine Wort das andere. Neue und alte Erlebnisse werden vermischt. Kommen zudem noch abfällige Gesten hinzu oder es fallen unnötige Spitzen, kann das beide Parteien schnell auf die Palme bringen. Kleine und große Machtkämpfe geben sich dann die Hand.

Möchtest du dich tatsächlich austauschen? Oder willst du nur recht haben? Das Motto muss sein:

Lieb haben, statt recht haben.

Damit verhinderst du, dass sich das Ganze zu einem diffusen Kommunikationsgewitter aufschaukelt und am Ende nicht tief verletzte und völlig erschöpfte Gesprächspartner zurückbleiben.

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Liebesbeziehung retten: 7 Empfehlungen für Aussprachen

Aussprachen, wie zum Beispiel über bestimmte Verletzungen, können tatsächlich weitere tiefe Verletzungen verursachen. Du erkennst den vermeintlichen Widerspruch: Auf der einen Seite sind Aussprachen der Schlüssen um deine Liebesbeziehung zu retten, auf der anderen Seite kannst du damit auch neue Probleme heraufbeschwören. Deshalb gebe ich dir ein paar Kommunikationsregeln mit auf den Weg. Diese sind umso mehr zu beachten, je empfindlicher und emotionaler du oder dein Partner reagieren:

1. Aussprechen lassen

Vereinbare mit deinem Partner, sich gegenseitig aussprechen zu lassen und auf spitze Randbemerkungen oder abfällige Gesten zu verzichten.

2. Pausen einlegen

Brich Aussprachen ab und vertage sie auf später, wenn du oder dein Partner einen zu hohen Erregungszustand erreicht hat.

3. Schriftlich Fixieren

Zur Not halte bestimmte Kommunikationsziele schriftlich fest und notiere die Lösungen oder getroffene Vereinbarungen auf dasselbe Blatt.

4. Beim Thema bleiben

Befolge die Regel, dass kein neues Thema begonnen wird, bevor nicht das alte geklärt ist.

5. Schuldzuweisungen vermeiden

Vereinbare mit deinem Partner, dass keine Schuldzuweisungen geäußert oder Ablenkungsmanöver gestartet werden, um sich vor Antworten zu drücken („Bei dir ist das doch genauso …“, „Das sagst ausgerechnet du …“, etc.).

6. Loslassen, wenn etwas geklärt ist

Einmal geklärte Punkte bzw. Verletzungen solltest du unbedingt endgültig loslassen. Was geklärt ist, ist geklärt! Belaste deine Liebesbeziehung nicht mit „alten Kamellen“.

7. Verzicht auf Retourkutschen

Vereinbare für die Zukunft, auf jegliche Racheakte für erlittene Verletzungen zu verzichten und diese stattdessen anzusprechen.

Mir ist bewusst, dass dazu die Einsicht zweier Menschen vonnöten ist. Schaffst du es jedoch nicht, bestimmte Probleme aus dem Weg zu räumen, wirst du deine Liebesbeziehung nur schwer verbessern können. Wenn zu viele Probleme still und heimlich angesammelt werden und du zugleich deine Hoffnung begräbst, sie auf absehbarere Zeit zu lösen, wird es ernst.

10 Anzeichen für das Ende einer Liebesbeziehung

Wenn Aussprachen nicht mehr fruchten, wirst du dich eher in eine passive Rolle verkriechen. Du beginnst dich (meist vom Partner völlig unbemerkt) zu verändern. Der Countdown für das Liebes-Aus beginnt zu laufen:

  1. Du resignierst und hörst auf, bestimmte Beziehungsprobleme anzusprechen.
  2. Du beginnst, dich innerlich zurückzuziehen.
  3. Du nimmst ab sofort weitere Verletzungen einfach hin.
  4. Du reagierst auf deinen Partner nicht mehr emotional.
  5. Du hörst auf, dich mit deinem Partner grundsätzlich auszutauschen.
  6. Du verzichtest auf körperliche Berührungen.
  7. Dein Partner wird dir nach und nach fremd.
  8. Ihr lebt euch auseinander.
  9. Du spürst innerlich eine gewisse Offenheit für eine neue Liebesbeziehung.
  10. Du brichst die Beziehung ab, hältst die Partnerschaft nur noch zum Schein aufrecht oder gehst tatsächlich fremd.

Im Übrigen ist dies auch eine typische Verabschiedungsprozedur, wenn fragile Menschen mit dominanten Personen zusammen sind. In diesen Fällen können sich Betroffene selten im Gespräch durchsetzen. Oder sie lassen sich verbal manipulieren, weil sie psychisch durch ihr noch zu geringes Selbstwertgefühl nicht ausreichend stabil sind. So geben sie ihre eigenen Standpunkte auf und lassen sich Lösungen (scheinbar) bereitwillig diktieren. Der innere Verabschiedungsprozess hat dann aber meist schon begonnen.

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Zusammenfassend kann man behaupten, dass die meisten Partnerschaftskonflikte letztendlich Kommunikationsprobleme sind. Wenn du und dein Partner die Kunst der Kommunikation bzw. der Aussprache erlernen, kannst du nahezu alle Beziehungsprobleme auf diese Weise lösen.

Jede Liebesbeziehung kannst du retten, vorausgesetzt beide Parteien sind bereit dazu. Viel Erfolg dabei!

Luca Rohleder, Gründer des Netzwerks und Autor von:


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