5 dinge, die man über panikattacken wissen sollte, fachartikel von monika richrath

5 Dinge, die man über Panikattacken wissen sollte

(Von Monika Richrath) Panikattacken sind grässlich, vergällen einem die Lebensfreude und können dafür sorgen, dass die einfachsten Erledigungen sich zu unüberwindbaren Hürden auswachsen, oder? Eine Rezension, die ich im Januar geschrieben habe, hat mir einen lang zurückliegenden Teil meines Lebens wieder ins Bewusstsein gerufen.



monika richrath
Ein Beitrag von Monika Richrath

Ich bin nämlich selbst eine ehemalige Angstpatientin, die damals (in den 1990er-Jahren) noch überhaupt keine Ahnung hatte. Ich habe ein paar Jahre lang so unter Panikattacken gelitten, dass es schwierig war, meine Wohnung überhaupt zu verlassen. Darüber werde ich zu einem späteren Zeitpunkt sicher noch mehr erzählen. Fürs erste möchte ich Ihnen ein paar Dinge mitgeben, die möglicherweise für Sie nützlich sind im Umgang mit Angst und Panik.

1. Panikattacken bei hoher Sensibilität

Sensible Fähigkeiten können möglicherweise eine gewisse Ängstlichkeit fördern – eine hochsensible Wahrnehmung kann dies ganz bestimmt. Da sensible Menschen meistens schneller in Stress geraten als möglicherweise weniger empfindliche Menschen, produziert unser Körper Stresssymptome: Herzklopfen, Verspannung, schnelles und oberflächliches Atmen.

Ich selbst kenne besonders gut Schwindel, der entstehen kann, wenn man aufhört zu atmen. Unter Stress passiert das schnell. Darüber hinaus sorgt natürlich ein stetig ansteigendes Stresslevel dafür, dass übermäßig sensible Menschen immer empfindlicher und empfindlicher werden. Und während es sein kann, dass man die eigentliche Ursache der aufkommenden körperlichen Symptome nicht erkennt, nehmen solche sensible Menschen aber sehr genau wahr, was in ihrem Körper passiert. Diese Symptome scheinen ohne einen Zusammenhang aufzutreten, häufig erfährt man dabei auch ein Gefühl des Ausgeliefertseins. Es wäre daher sicherlich sehr sinnvoll, sich mit seinen Stressoren zu beschäftigen, um sich weniger ausgeliefert zu fühlen.

2. Ängste sind ansteckend

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Forscher der Universität Harvard haben zur Übertragung von Angst geforscht und sind auf interessante Ergebnisse gestoßen. So soll es genügen, dass wir einen verängstigten Menschen sehen, um selbst Furcht zu empfinden. Oder, dass wir den Angstschweiß einer anderen Person riechen.

Bedenken Sie in diesem Zusammenhang auch bitte, dass Sie vielleicht auch in der Lage sind, die Furcht anderer zu spüren und sie wie eine eigene Furcht wahrzunehmen. Wenn wir in einem Elternhaus aufgewachsen sind, in dem Angst und Furcht an der Tagesordnung waren, haben wir diese vermutlich wie einen Schwamm aufgesogen und uns zu eigen gemacht – obwohl dies gar nicht unserem Naturell entspricht. Eine Frage also, mit der sich zu beschäftigen wirklich lohnt. Übrigens: es wird untersucht, ob Angststörungen und Depressionen auch als Folge einer Infektionskrankheit auftreten können …

3. Die Angst ist Ihre Freundin

Die Angst als Freundin? Wie kann das sein, wo man sich doch nichts sehnlicher wünscht, als dass alles wie vorher sein möge, bevor die Angst auftauchte? Zumal die Angst (und irgendwann auch die Angst vor der Angst) das eigene Leben auf eine Art und Weise verändert, die man vorher gar nicht für möglich gehalten hätte. Nichts ist dann mehr so, wie es vorher war. Am wenigsten man selbst. Andere Menschen werden in diese Art von Krise mit hineingezogen, ob sie nun wollen oder nicht und müssen einen eigenen Umgang damit finden. Wie kann also die Angst eine Freundin sein (oder ein Freund)?

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Die Angst ist deswegen Ihre Freundin, weil sie Sie ganz unmissverständlich auf etwas aufmerksam macht, einen Missstand, der nicht mehr für Sie funktioniert, das können Situationen jedweder Art sein, am Arbeitsplatz, in der Beziehung, in der Familie, Glaubenssätze, Verhaltensmuster etc. Sicher ist jedenfalls, es gibt etwas, was nicht stimmt für Sie. Und das bereitet Ihnen Stress. Nehmen Sie Ihr Leben unter die Lupe und finden Sie heraus, was es ist.

4. Ängste können verschwinden

Auch das mag unwahrscheinlich klingen, vor allen Dingen, wenn Sie schon sehr lange mit Angst- und Panikattacken leben. Mich selbst haben Panikattacken mehrere Jahre lang begleitet. Anfangs bin ich sogar deswegen aus dem Ausland nach Deutschland zurückgekehrt, weil der Großstadtmoloch Paris meine Ängste noch verstärkte – und eine Zeit lang war ich danach in Deutschland überhaupt nicht arbeitsfähig. Die Schwierigkeit lag dabei gar nicht in der Arbeit selbst, sondern in dem Weg zur Arbeit. Denn für mich war „unterwegs sein“ schwierig (eine Zeit lang sogar unmöglich), vor allen Dingen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Heute habe ich keine Panikattacken mehr. Gar keine. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich nicht mehr fürchte. Oder, dass ich heute wirklich gerne öffentliche Verkehrsmittel benutze. Es ist auch nicht so, als seien die Ängste auf einen Schlag verschwunden, das sind sie nicht. Irgendwann waren sie einfach fort. Ich schreibe dies der Tatsache zu, dass ich heute genau weiß, was mich stresst und mich meinen Stresssymptomen nicht mehr einfach ausgeliefert fühle. Ich halte auch nicht mehr einfach alles aus, so wie früher. Mit Missständen beschäftige ich mich umgehend und versuche, diese zu verändern oder zu beheben.

5. Was Sie bei Panikattacken tun können

Nicht zuletzt hat mir die Klopfakupressur ganz wahnsinnig dabei geholfen, insgesamt ruhiger zu werden, mein Grundstresslevel zu senken, herauszufinden, was mich total stresst und einiges davon aufzulösen – so ganz wird man ja sicher nie fertig ;-). Die Klopfakupressur ist super dazu geeignet, Angst- und Panikattacken wieder runterzufahren: Einfach nur, indem Sie die Notfallpunkte klopfen. Mehr dazu gibt es auf meiner Homepage. Viel Erfolg beim Ausprobieren.

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Monika Richrath, Klopfakupressur-Therapeutin,
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6 Kommentare

  1. Ein Artikel, den ich begrüße und bestätige. Ich habe eine extrem komplizierte Sehbehinderung und mein Gehirn muß seit 10 Jahren mit Sehsignalen umgehen, die es eigentlich nicht haben kann. Auf dem langen Weg meine Behinderung zu begreifen bin ich auf etwas gestoßen, was mir bei Angst und Panik immer sehr schnell geholfen hat. Über Barfusslaufen bin ich ans Vorfusslaufen gekommen und habe da etwas sehr positives erlebt. Bei Angst und Panikattacken gehe ich immer auf den Zehenspitzen, denn die Attacken sind dann sehr schnell weg. Langsam gehe ich nach 30 Minuten wieder im achtsamen Fersengang, den ich regelmäßig mache. Bisher hat es immer funktioniert.

  2. der Artikel ist sehr spannend für mich, ich leide seit 2 Jahren unter Panikattacken die ich immer noch nicht begreifen kann. Ich habe es auch nie mit Sensibilität in Verbindung gebracht. Das ganze Konzept der Hochsensibilität erschließt sich mir nicht – ich filtere schlecht bis garnicht und bin trotzdem extrovertiert – das scheint es in Verbindung mit Hochsensibilität nicht zu geben, zumindest wenn man sich an den ‚Grundlagen‘ orientiert. Also leide ich wohl unter einer oder mehrerer Dysfunktion ‍♀️ Gibt es dazuneuere Literatur?

    1. Liebe*r Juelz, man geht davon aus, dass etwa 25-30 % der hochsensiblen Menschen extravertiert sind. Ist bei mir auch so. Und diese Anteile in extravertierten Menschen – also das hochsensible Ruhebedrüfnis und der gesellige Anteil – die clashen häufig. Du bist mit der Herausforderung, die Balance zu finden, also nicht alleine. Ich hoffe, ich konnte dir damit ein wenig weiterhelfen. 🙂 LG aus Köln

    2. Liebe Juelz,

      Es gibt auch Mischformen der Hochsensibilität, dessen sich viele Hochsensible nicht bewusst sind. Es spielt in meinen Augen eine große Rolle dies zu wissen und unterscheiden zu lernen, was da eigentlich alles wahrgenommen wird um entgegenwirken zu können und die Bedürfnisse dahinter zu erkennen.

      Hochsensibilität gemischt mit Vielbegabung auch Scannerpersönlichkeit genannt, High Sensation Seeker und/oder Hochbegabung ist nochmal eine ganz andere Herausforderung im Alltag. Hat ein HSP auch noch einen sehr ausgeprägten 6. Und 7. Sinn, dann ist das zusätzlich eine Herausforderung.

      Ebenso gibt es ambivertierte in diesen Bereichen (extrovertiert und introvertiert sein, also beides, wenn ggf. oben genannte Mischformen vorhanden sind). Beide Anteile brauchen ihre Aufmerksamkeit und Balance und dem gerecht zu werden ist immer wieder eine Herausforderung. Es könnte sein, dass bei dir auch eine Mischform vorhanden ist. Hochsensibilität muss nicht immer „introvertiert sein“ bedeuten, auch wenn die Mehrheit der Hochsensiblen (wie Susanne Hiller es schon geschrieben hat) introvertiert ist.

      Ich habe diese Mischformen selbst, bin ambivertiert (extrovertiert und introvertiert), eine Scannerpersönlichkeit,
      hochbegabt, hochsensibel mit stark ausgeprägtem 6. und 7. Sinn und wusste jahrelang nichts davon, was große Auswirkungen in alle Bereiche hatte. Ich dachte damals ich sei falsch, mir war nicht bewusst was ich da alles wahrnehme und auf mich einströmte oder ich von anderen wahrnahm und es für meines hielt. Das löste Ängste aus, eine Dauerreizüberflutung, Selbstzweifel und ein „sich selbst nicht verstehen und ausdrücken können“.

      Seitdem ich Bewusstheit habe, es lenken und unterscheiden lernte, nebst innerer Kind Arbeit, Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildung in dem Bereich u.a., verschwanden Rückenschmerzen, große Ängste wandelten sich in annehmbare normale Angstsituationen ohne Drama bei denen ich mich nicht mehr ausgeliefert fühle, sondern inzwischen den Überblick behalten kann um es aufzulösen. Ich kann Balance halten, weil ich inzwischen alle Anteile und Mischformen kenne und ihnen Raum gebe.

      Vielleicht helfen dir diese Infos etwas weiter.

      Liebe Grüße Marion

  3. Mich haben momentan auch wieder meine „Giftpilze“ (destruktive Peiniger) mit Existenzängsten und Panikattacken heimgesucht. Hab mir meine Bachblütenmischung erneuert (konkrete Ängste, überschießende Reaktionen, Mut und Gottvertrauen). Mit der Klopftechnik bin ich noch nicht so vertraut.
    Danke für den schönen Beitrag.

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